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#Emerging Market Debt
  (CEST)

Internationale Schwellenländeranleihen - Fragen & Antworten

Wir haben einige Fragen unserer Fondsinvestoren an Brett Diment, den Leiter unserer Abteilung für Schwellenländeranleihen, weitergeleitet.

 

Schwellenländeranleihen haben 2009 eine sehr positive Entwicklung gezeigt, wobei der Abstand zu den US-Schatzanleihen geringer wird. Sehen Sie weiterhin günstige Anlagechancen?

Die langfristigen Wachstumsperspektiven der Schwellenländermärkte (Emerging Markets) werden durch solide Fundamentaldaten und bessere demografische Daten im Vergleich zu den reifen Märkten unterstützt. Die Emerging Markets sind generell unabhängiger geworden und hängen nicht mehr so stark von den Exporten in die Industrieländer ab wie in der Vergangenheit. Im Ergebnis erwarten wir ein weiteres Wachstum dieser Volkswirtschaften und somit auch der Anlageklasse. Natürlich existieren weiterhin Risiken: Geldverknappung, politische Wahlen in mehreren Schwellenländern -, die historisch betrachtet Volatilitäten und höhere Inflation aufgrund höherer Rohstoffpreise und staatlicher Kreditrisiken mit sich bringen. Dennoch sind wir der Auffassung, dass das Ausfallrisiko in den Schwellenländern gering bleibt, auch da die Staatsverschuldung moderat geblieben ist und die Kreditqualität sich verbessern sollte. Unter dem Strich dürften die Schwellenländer von der sich öffnenden Wachstumsschere zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten profitieren. Dadurch kann die Anlageklasse weitere Mittelzuflüsse verzeichnen.

Sie haben die Wahlen in Schwellenländern als mögliches Risiko eingestuft. Was bedeutet dies konkret?

Insgesamt finden in 18 Schwellenländern Wahlen in 2010 statt. Dabei sind die Präsidentenwahlen in Mexiko im Juli und in Brasilien im Oktober sowie die Parlamentswahlen in Ungarn im Mai von besonderer Bedeutung. In Brasilien endet die zweite Regierungszeit des populären Präsidenten Lula, was einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Allerdings sind die Märkte der Auffassung, dass der neue Präsident die stabilen makroökonomischen Fundamentaldaten entsprechend berücksichtigt. Die Wahl in Mexiko könnte ein Dämpfer für die Strukturreformen bedeuten, da das Verhältnis zwischen den zwei großen politischen Lagern auf den Prüfstand gestellt wird. Jedoch sollte Mexikos Wirtschaft auch von dem verbesserten Ausblick für das Wirtschaftswachstum des US-Haushalts profitieren. Schließlich deuten die Umfragen in Ungarn auf einen Wahlsieg der Oppositionspartei hin, die wahrscheinlich einer Erhöhung der Staatsverschuldung zustimmen und somit Druck auf die inländischen Investitionen ausüben wird. Dennoch sollte jede mögliche strukturelle Veränderung, welche die Wettbewerbsfähigkeit verbessert, mittelfristig eine unterstützende Wirkung auf die ungarischen Rentenpapiere entfalten. Zusammengefasst haben wir kaum Gründe um wegen den Wahlen in Schwellenländern in 2010 besorgt zu sein, wohingegen wir nicht ausräumen können, dass es zu einem kurzfristigen Preisverfall im Zuge von Marktanpassungen aufgrund von Veränderungen der politischen Landschaft komint. Länder-Research und die Berücksichtigung der makroökonomischen Entwicklungen bilden den Ausgangspunkt und die Basis unseres Investmentprozesses. Wir analysieren Faktoren wie die wichtigsten makroökonomischen Parameter, das politische Umfeld, die Entwicklung der Haushalts- und Geldpolitik sowie die Hauptrisiken. Anschließend führen wir eine Analyse der technischen Marktfaktoren, wie z.B. Art der Finanzinstrumente, Relative Value und Liquidität sowie Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage durch.

Wie viele Länder decken Sie mit Ihrem Research für dieses Produkt ab?

Wir erstellen das Research für mehr als 40 Schwellenländer und unser Team führt jedes Jahr über 100 persönliche Gespräche mit den Entscheidungsträgern. Wir treffen die Unternehmen vor Ort, Banken und Investoren sowie unabhängige Wirtschaftsexperten und politische Beobachter. Dadurch können wir die Entwicklungen in jedem Land besser beurteilen.

Welche Bedeutung messen Sie der Benchmark bei?

Zwar beobachten wir die Benchmark laufend, aber sie beeinflusst unsere Anlageentscheidungen nicht. Entsprechend bauen wir opportunistische Positionen außerhalb der Benchmark auf und handeln proaktiv, wenn sich Anlagemöglichkeiten ergeben. Unser eigenes Research gibt bei unseren Anlageentscheidungen grundsätzlich den Ausschlag, weshalb die Zusammensetzung der Benchmark für uns keine Richtschnur ist. Wir nutzen die Benchmark jedoch zur Überwachung wesentlicher Abweichungen, damit wir das Beta-Risiko in unseren Portfolios gezielter steuern können.

Worin besteht Ihr wichtigster Wettbewerbsvorteil?

Wir sind ein unabhängiges Team und erstellen unser eigenes Research, auf dem unsere Anlageentscheidungen basieren. Das ist meiner Auffassung nach unser wichtigster Wettbewerbsvorteil. Wir richten uns bei unseren Anlagen nicht nach dem Marktkonsensus oder der Benchmark, denn wir sind überzeugt, dass unser Investmentprozess ein optimales Portfolio strukturiert und für unsere Investoren attraktive Renditen erzielt. Da wir benchmarkunabhängig investieren, können wir ferner Mehrwert erzielen, indem wir im gesamten Anlageuniversum für Schwellenländeranleihen günstige Mehrwertquellen identifizieren und nutzen. Ein weiterer Vorteil ist unser äußerst erfahrenes Team, unsere bedeutenden internationalen Ressourcen und unser bewährter Investmentprozess, die uns einen Vorsprung gegenüber unseren Wettbewerbern sichern.

Der geldpolitische Lockerungszyklus in Schwellenmärkten ist immer noch nicht zu Ende. Erwarten Sie einen restriktiveren Kurs der Regierungen in Zukunft und welche Folgen wird dies haben?

Die meisten Zentralbanken haben das Ende des Zyklus ihrer Lockerungspolitik erreicht und werden unserer Ansicht nach vor den G10-Staaten auf den Pfad der Normalität zurückfinden. Dies könnte bei der Suche nach attraktivem Wachstum oder der Nutzung von Zinsdifferentialen zu Mittelzuflüssen in Lokalwährungsanleihen führen. Infolge der schwindenden Unsicherheit über die globale, gefestigte Geldpolitik erwarten wir einen aufkeimenden Risikoappetit, von dem Schwellenmärkte aufgrund eines positiven Wachstums und Finanzausblicks profitieren.

Welche Segmente der Schwellenländermärkte finden Sie derzeit besonders interessant?

Wir sind auch weiterhin sehr optimistisch für hoch verzinsliche Staatsanleihen wie die Emissionen Argentiniens und der Ukraine, für die der Markt noch immer ein hohes Ausfallrisiko einpreist. Darüber hinaus bleiben wir in einigen kleineren Ländern im Index wie einigen osteuropäischen Ländern, beispielsweise Ungarn und Litauen, die eindrucksvolle finanzpolitische Maßnahme ergriffen haben, übergewichtet. Ferner erhöhen wir selektiv unser Engagement in Unternehmensanleihen durch einige Unternehmen mit hohen Ratings, die mit attraktiv bewerteten Neuemissionen in Indonesien und Mexiko an den Markt gehen wollen. Auch ist die anhaltende Normalisierung der Risikobereitschaft ein gutes Omen für die Währungen der Schwellenländer, die von erneuten Kapitalzuflüssen aus den Industrieländern profitieren dürften.

Gibt es umgekehrt Bereiche, die Sie unter den derzeitigen Bedingungen meiden würden, und wenn ja, warum?

Wir haben mit BBB geratete Staatsanleihen wie die Brasiliens, Mexikos und Perus untergewichtet, da wir kaum Wertpotenzial bei auf USD lautenden Anleihen sehen. Untergewichtet sind wir auch in kolumbianischen, türkischen und philippinischen Staatsanleihen mit einem BB-Rating, die mit extrem engen Spreads handeln.

Können Sie uns ein Land nennen, auf das Sie setzen, und uns Ihre Gründe erläutern?

Eines der wenigen Schwellenländer, das aufgrund einer gesunden Finanzlage und breit angesetzten Erholung mit einer möglichen Rating-Höherstufung seiner Staatsanleihen rechnen kann, ist Indonesien. Wir rechnen damit, dass Indonesien den Sprung in die Investment Grade-Kategorie in den nächsten drei oder vier Jahren schaffen kann, da es in der Ratingskala von zwei Ratingagenturen derzeit nur zwei Ratingstufen unter dieser Kategorie liegt.

Welche Unternehmensanleihe bevorzugen Sie und aus welchem Grund?

Wir halten derzeit große Stücke auf Homex, das größte Wohnungsbauunternehmen Mexikos. Fakt ist, dass in Mexiko ein großer Bedarf für preisgünstige Häuser und Sozialwohnungen besteht, und genau auf dieses Segment konzentriert sich das Kerngeschäft von Homex. Der Unterschied zwischen dem US-amerikanischen und dem mexikanischen Wohnungsmarkt besteht darin, dass die staatlichen Wohnungsbaufinanzierer in Mexiko direkt das Kreditrisiko des Käufers umgehend nach dem Verkauf der Wohnung übernehmen und im Gegenzug Zugang zum Gehalt des Käufers erhalten, was einzigartig ist. Ein Angestellter erhält somit ein Gehalt, von dem seine Kreditrate bereits abgezogen ist. Dies schafft einen soliden regulatorischen Rahmen für diese Branche, der uns überzeugt. Auch verfügt das Unternehmen unserer Meinung nach über die erforderlichen Geschäfts- und Finanzkompetenzen sowie eine solide Corporate Governance, um auf dem Markt erfolgreich zu sein. Kürzlich haben wir unser Engagement in Homex vervollständigt, da die Anleihe zunehmend teurer geworden ist. Wir sind noch an Geo beteiligt, dem zweitgrößten Eigenheim-Bauträger in Mexiko, den wir aus ähnlichen Gründen wie Homex bevorzugen.

Warum sollten Investoren, die bereits mit Aktien in den Schwellenländern investiert sind, auch in Schwellenländeranleihen anlegen?

Die Aktienmärkte bieten zweifellos gute Anlagechancen, aber in einigen Schwellenländern gibt es große Rentenmärkte, die sich noch in der Reifephase befinden und somit noch nicht voll entwickelt sind. Die Renditen sind attraktiv, die Volatilität niedrig und die Diversifikationseffekte hoch. Zudem ist das Kreditsegment der Rentenmärkte enorm gewachsen, denn die Regierungen emittierten Papiere mit längeren Laufzeiten und schufen damit eine Renditekurve, die für viele Märkte bis dahin fehlte. Sowohl auf USD lautende Emissionen als auch okalwährungsanleihen verzeichneten eine steigende Nachfrage, was natürlich die bessere Kreditwürdigkeit der Staaten (und Unternehmen) widerspiegelt und eine Folge der weltweit niedrigen Zinsen und somit niedrigeren Emissionskosten ist.

Worin bestehen für Sie die Hauptvorteile von Anlagen in Lokalwährungs- Schwellenländeranleihen?

Lokalwährungsanleihen unterliegen unmittelbaren Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken und die Anlegerbasis besteht überwiegend aus lokalen institutionellen Investoren. Die Anlageklasse ermöglicht eine breite geografische Diversifikation und eine natürliche Absicherung gegen Kursschwächen des US-Dollar. Darüber hinaus profitiert sie vom Aufwertungspotenzial der Währungen und bietet eine Diversifikationsmöglichkeit für Hartwährungs- Schwellenländeranleihen-Portfolios. Lokalwährungsanleihen sind eine relativ neue Assetklasse, weshalb noch Preisineffizienzen vorhanden sind. Da wir unsere Portfolios aktiv verwalten, können wir solche Ineffizienzen nutzen.

Wann Erfahrung ist ein günstiger Anlagezeitpunkt?

Diese Frage ist angesichts der deutlichen Entwicklung von Schwellenländeranleihen im Jahr 2009 nicht leicht zu beantworten. Obwohl es immer schwierig ist, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, d.h. während einer Marktrallye zu investieren, sind wir der Auffassung, dass Investoren über einen Drei- bis Fünfjahreszeitraum solide Renditen mit dieser Assetklasse erzielen können, die eindeutig von besseren Fundamentaldaten in Verbindung mit zunehmend optimistischeren Wachstumserwartungen profitieren wird.

Welche mit Schwellenländeranleihen haben Sie?

Wir verfügen über beträchtliche Erfahrungen mit Schwellenländeranleihen und unser Team kann auf über 70 Jahre Anlageerfahrung verweisen. Die Teammitglieder erstellen seit 1993 eigenes Research für diese Assetklasse. Dank dieser umfassenden Erfahrung sind wir in der Lage, die aktuellen Entwicklungen eines Landes zu interpretieren, schnelle Anlageentscheidungen zu treffen und diese umgehend umzusetzen.

Welchen Investmentprozess verwenden Sie für Schwellenländeranleihen?

Wir berücksichtigen das gesamte Anlageuniversum der Schwellenländeranleihen, um das Renditepotenzial für unsere Fonds optimal zu nutzen. Unser gründliches.

 

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